"Jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer"

Die ÖWR ist ein gemeinnützig tätiger Verein, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen vor dem Ertrinkungstod zu bewahren. Freiwillige, ehrenamtlich tätige Helfer riskieren bei den oft nicht ungefährlichen Rettungseinsätzen ihr eigenes Leben, um in Not Geratenen zu helfen. Die Wichtigkeit eines derartigen Rettungsdienstes erweist sich in den verschiedensten Situationen, sei es bei Lebensrettungen, Erste-Hilfe-Leistungen, Taucheinsätzen oder Bootsbergungen.

Neben der Sorge um die Sicherheit der Schwimmer und Wassersportler an den Flüssen und den Seen sowie in öffentlichen Bädern, gehören auch beispielsweise Hochwassereinsätze (vgl. das Jahr 1999) und die Überwachung von Sportveranstaltungen (z.B. Segelregatten, Wildwasserregatten, usw.) zum Aufgabengebiet der ÖWR.

Die ÖWR versucht aber nicht nur in Notfällen zu helfen. Durch Schulung und Information der Bevölkerung soll die Unfall- und Ertrinkungsgefahr beim Baden verringert werden. Daher werden eine Vielfalt an Schwimmkursen angeboten, um Kindern und Nichtschwimmern das Schwimmen zu erlernen. Das Angebot dieser Kurse reicht vom Anfängerschwimmkurs bis hin zu Rettungsschwimm-, Tauch-, Nautik- und seit einiger Zeit auch Wildwasserrettungsschwimmkursen.

Falls Sie Interesse an einem Rettungsschwimmkurs haben, können Sie sich auch gerne mit diesem Formular bei uns melden.

 

Folgende Ausbildungsstufen im Bereich der Rettungsschwimmausbildung werden bei der Österreichischen Wasserrettung angeboten:

Helfer
(für Bewerberinnen und Bewerber ab dem vollendeten 13. Lebensjahr)

  1. 15 Minuten Dauerschwimmen, davon 5 Minuten Rückenschwimmen ohne Armtätigkeit
  2. 100 m Schwimmen in Überkleidern;
  3. 15 m Streckentauchen;
  4. zweimaliges Tieftauchen (ca. 2 bis 3 m), jeweils mit Heraufholen eines ca. 2,5 kg schweren Gegenstandes, innerhalb von 5 Minuten;
  5. Heraufholen von 3 Tellern oder 3 Ringen bei einem Tauchversuch (Fläche ca. 10 m², bei einer Wassertiefe von ca. 2 bis 3 m);
  6. Paketsprung aus 2 bis 3 m Höhe ins Wasser;
  7. je 25 m Retten einer etwa gleich schweren Person mit Kopf-, Achsel- und Fesselgriff;
  8. 50 m Transportieren (Ziehen) einer gleich schweren Person;
  9. praktische Ausübung der Befreiungsgriffe: Halsumklammerung von vorne und hinten, Würgegriff von vorne und hinten, jeweils an Land und im Wasser;
  10. praktische Ausübung der Bergegriffe "Bergen über den Beckenrand" und "Rautekgriff";
  11. Kenntnis der Rettungsgeräte;
  12. Kenntnis der Selbstrettung;
  13. kurze Prüfung über Erste-Hilfe-Leistungen bei Wasserunfällen und praktische Ausführung der Wiederbelebung;
  14. Kenntnisse über Zweck und Organisation des Österreichischen Wasserrettungswesens.

Retter
(für Bewerberinnen und Bewerber ab dem vollendeten 16. Lebensjahr und Helfer)

  1. 30 Minuten Dauerschwimmen, davon 10 Minuten Rückenschwimmen ohne Armtätigkeit;
  2. 300 m Schwimmen in Überkleidern;
  3. 25 m Streckentauchen;
  4. dreimaliges Tieftauchen (ca. 3 bis 4 m), jeweils mit Heraufholen eines ca. 5 kg schweren Gegenstandes, innerhalb von 6 Minuten;
  5. Heraufholen von 6 Tellern oder 6 Ringen bei einem Tauchversuch (Fläche ca. 20 m², bei einer Wassertiefe von ca. 2 m);
  6. Paket- und Kopfsprung aus ca. 2-3 m Höhe ins Wasser;
  7. je 50 m Retten einer etwa gleich schweren Person, beide bekleidet mit Kopf-, Achsel-, Fessel- und Seemannsgriff;
  8. 50 m Transportieren (Ziehen) einer gleich schweren Person;
  9. praktische Ausübung der Befreiungsgriffe: Halsumklammerung von vorne und hinten, Würgegriff von vorne und hinten, Brustumklammerung von hinten ohne Einschluss der Arme, jeweils an Land und im Wasser;
  10. praktische Anwendung von mindestens 3 Bergegriffen (z.B. Bergen über die Leiter, Rautekgriff, Bergen über den Beckenrand, Schultertragegriff, Bergen in ein Boot);
  11. kurze Prüfung über Erste Hilfe-Leistung bei Wasserunfällen und praktische Ausführung der Wiederbelebung;
  12. Kenntnis der Selbstrettung;
  13. besondere Rettungshilfen bei Bade-, Boots-, Auto- und Eisunfällen;
  14. Anwendung von mindestens zwei Rettungsgeräten;
  15. Kombinierte Rettungsübung.

Lifesaver
(für Bewerberinnen und Bewerber ab dem vollendeten 17. Lebensjahr)

  1. Schwimmen
    1. 100 m Schwimmen (Brust oder Kraul) in 1:40 Minuten;
    2. 300 m Schwimmen mit Flossen in 4:30 Minuten;
    3. 300 m Schwimmen in beliebigem Stil (ohne Flossen) in 9:00 Minuten;
  2. Rettungstechnik
    1. Ausführung von Rettungstechniken in folgender Abfolge:
      • 75 m Anschwimmen eines "Opfers";
      • Ausführung von drei Befreiungsgriffen;
      • je 25 m Retten mittels Kopf-, Achsel- und Fesselgriff.
  3. Kombinierte Rettungsübung
    1. Ausführung der kombinierten Rettungsübung innerhalb von 2 Minuten, der Retter trägt dabei Shorts und T-Shirt:
      • Rettungssprung (Schrittsprung) ins Wasser;
      • 25 m Anschwimmen (Freestyle);
      • Abtauchen und Heraufholen eines "Opfers" (Rettungspuppe oder Partner) aus mindestens 1,5 m Tiefe;
      • 25 m Retten des "Opfers".
    2. Notfallcheck und Reanimation (mindestens 3 Minuten) unmittelbar nach Durchführung von Punkt. a dieser Rettungsübung.
  4. Streckentauchen
    1. 25 m Streckentauchen
  5. Anwendung und Erklärung von mindestens zwei Rettungsgeräten
    1. Erklärung der Geräte;
    2. praktische Anwendung der Geräte
  6. Erste Hilfe-Maßnahmen
    1. Durchführung der folgenden Basismaßnahmen:
      • Gerfahren erkennen;
      • Gefahrenstelle absichern, retten, bergen;
      • Notfallcheck;
      • stabile Seitenlage;
      • Umdrehen einer Person aus der Bauchlage in die Rückenlage;
      • Notruf.
    2. Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung:
      • Herz-Lungen-Wiederbelebung (Erwachsene);
      • Herz-Lungen-Wiederbelebung (Kinder);
      • Herz-Lungen-Wiederbelebung (Säuglinge).
    3. Erste Hilfe-Maßnahmen:
      • Umgang mit Patienten;
      • Erste Hilfe-Maßnahmen (z.B. bei Schock, Blutungen, Verletzungen der Halswirbelsäule, Brüchen, Unterkühlung).
  7. Besondere Durchführungsbestimmungen
    1. Bei der Ausführung der Rettungstechnik (Punkt B) und der kombinierten Rettungsübung (Punkt C) muss der Retter beim Anschwimmen des "Opfers" den Kopf so weit über Wasser halten, dass ein laufender Blickkontakt zum "Opfer" gewährleistet ist.
    2. Im Zuge der kombinierten Rettungsübung (Punkt C) ist eine Erwachsenen-Reanimation durchzuführen.
    3. Bei der Anwendung von Rettungsgriffen ist jeweils eine ca. gleich schwere Person zu retten.
    4. Im Rahmen der Rettungstechnik (Punkt B) sind insgesamt 75 m zu retten, wobei alle 25 m ein Griffwechsel zu erfolgen hat.
    5. Die Befreiungsgriffe sind vom Lehrer selbst zu prüfen.

 

Schwimmlehrer
(für Bewerberinnen und Bewerber ab dem vollendeten 18. Lebensjahr)

  1. Zusätzliche Voraussetzungen
    1. Bewerberinnen und Bewerber müssen im Besitz des Retterscheines sein;
    2. abgeschlossener Erste Hilfe-Kurs (mindestens acht Doppelstunden), der jedoch nicht älter als 5 Jahre sein darf;
    3. Bewerberinnen und Bewerber für den Rettungsschwimmlehrer müssen die persönliche und fachliche Eignung zur Erteilung der Aufgaben, die mit der vorgesehenen Verwendung verbunden sind, besitzen. Insbesondere dürfen keine einschlägigen Vorstrafen vorliegen.
    4. Mitarbeit im Rahmen von Schwimmkursen
  2. Ausbildungsinhalte und Prüfungsbedingungen
    1. Kenntnis vom Aufbau, Wesen und Wirken der Organisation;
    2. Kenntnis der Selbstrettung;
    3. Schwimmen in drei Stilarten (Brust, Kraul, Rücken);
    4. praktische Arbeit mit mindestens drei Rettungsgeräten (z.B. ABC-Ausrüstung, Gurtretter, Rettungsboje, Rettungsmatratze, Wurfsack, Rettungsbrett);
    5. 25 m Streckentauchen;
    6. Beherrschung des neuzeitlichen Anfängerschwimmunterrichtes in Theorie und Praxis.
  3. Besondere Durchführungsbestimmungen
    1. Gute Allgemeinbildung und Unterrichtsgeschick.
    2. Die Prüfung ist vor einer Prüfungskommission, die durch die durchführende Organisation zusammen zu setzen ist, abzulegen.
    3. Die Ausbildung erfolgt im Rahmen eines Seminars im Ausmaß von mindestens 16 Stunden, wobei Teile aus äquivalenten Ausbildungen angerechnet werden können.
    4. Die Ausbildungs- und Prüfberechtigung (Durchführung von Schwimmkursen und Anfängerschwimmkursen, Abnahme der Prüfungen für die österreichischen Schwimmerabzeichen) wird im Zuge der Ausbildung des Scheines auf die Dauer von maximal fünf Jahren erteilt.
    5. Die Verlängerung der Prüfberechtigung erfolgt im Rahmen von Fortbildungen durch die ausstellende Organisation jeweils wieder auf die Dauer von maximal fünf Jahren.

 

 

Rettungsschwimmlehrer
(für Bewerberinnen und Bewerber ab dem vollendeten 19. Lebensjahr)

  1. Zusätzliche Voraussetzungen
    1. Bewerberinnen und Bewerber müssen im Besitz des Retterscheines sein;
    2. abgeschlossener Erste Hilfe-Kurs (mindestens acht Doppelstunden), der jedoch nicht älter als 5 Jahre sein darf, bzw. entsprechende Fortbildung im Rahmen des Kurses;
    3. Bewerberinnen und Bewerber für den Rettungsschwimmlehrer müssen die persönliche und fachliche Eignung zur Erteilung der Aufgaben, die mit der vorgesehenen Verwendung verbunden sind, besitzen. Insbesondere dürfen keine einschlägigen Vorstrafen vorliegen.
    4. Bewerberinnen und Bewerber für den Rettungsschwimmlehrer müssen der Leitung der zuständigen Organisation bzw. Zentralstelle durch längere erfolgreiche Tätigkeit auf dem Gebiet der Wasserrettung bekannt sein. Aus der bisherigen Arbeit muss zu erkennen sein, dass die Bewerberin bzw. der Bewerber Theorie und Praxis des Rettens, der Wiederbelebung, der Ersten Hilfe und des Anfängerschwimmunterrichtes beherrscht und über die notwendige Organisationsfähigkeit zur Durchführung von Veranstaltungen und Rettungsschwimmkursen sowie zur Errichtung eines Wasserrettungsdienstes verfügt.
  2. Ausbildungsinhalte und Prüfungsbedingungen
    1. Theoretische und praktische Wiederholung der Prüfungsbedingungen des Retters;
    2. Rettungsgeräte in Theorie und Praxis;
    3. Erste Hilfe in Theorie und Praxis mit Schwerpunkt auf Erste Hilfe-Maßnahmen bei Wasserunfällen;
    4. Grundlagen der Methodik des Anfängerschwimmunterrichts in Theorie und Praxis;
    5. Schwimmstile: Brust-, Kraul- und Rückenschwimmen in Theorie und Praxis;
    6. Lehrauftritt;
    7. Zweck und Organisation des österreichischen Wasserrettungswesens sowie der ausbildenden Organisation;
    8. Bestimmungen für die österreichischen Schwimmerabzeichen und Rettungsschwimmerabzeichen;
    9. rechtliche Bestimmungen bezüglich der Erteilung von Schwimmunterricht;
    10. Gefahren des Wassers, Baderegeln, Gebote für den Rettungsschwimmer;
    11. Maßnahmen zur Vermeidung von Badeunfällen.
  3. Erweiterte Ausbildungsinhalte und Prüfungsbedingungen
    1. Theoretische und praktische Kenntnisse des ABC-Schwimmens;
    2. Basisinformation des Gerätetauchens in Theorie und Praxis;
    3. Meisterschaften im Schwimmen und Rettungsschwimmen;
    4. Gefahren des Fließgewässers und Wildwassers;
    5. Vorträge zu sportlichen Inhalten;
    6. Einsatz und Überwachungsdienst.
  4. Besondere Durchführungsbestimmungen
    1. Die Ausbildung erfolgt im Rahmen eines Kurses im Ausmaß von mindestens 40 Stunden. Im Rahmen eines solchen Kurses ist die Lehrbefähigung in Theorie und PRaxis des Rettungsschwimmens nachzuweisen.
    2. Die Ausbildungs- und Prüfungsbedingungen unter Punkt B sind jedenfalls zu unterrichten beziehungsweise zu prüfen. Zusätzlich muss mindestens ein Thema aus den Erweiterungsbereichen gemäß Punkt C gewählt werden.
    3. Die Prüfung ist vor eine Prüfungskommission, die durch die durchführende Organisation zusammen zu setzen ist, abzulegen.
    4. Die Ausbildungs- und Prüfberechtigung (Durchführung von Schwimmkursen, Anfänger- und Rettungsschwimmkursen, Abnahme der Prüfungen für die österreichischen Schwimmer- und Rettungsschwimmerabzeichen) wird im Zuge der Ausstellung des Lehrscheins auf die Dauer von maximal fünf Jahren erteilt.
    5. Die Verlängerung der Ausbildungs- und Prüfberechtigung erfolgt im Rahmen von Fortbildungskursen für Lehrscheininhaber durch die ausstellende Organisation jeweils wieder auf die Dauer von maximal fünf Jahren.